Zeichnungen

Zeichnungen von Sammy Rubinstein und Klaus Grünewald, die zwischen 1942 und 1945 gemalt wurden

Zeichnung

Als ich diese Zeichnung erhielt, war das eine große Überraschung für mich. Gemalt wurde sie von Rubinstein (in Bassines Pierre de Muyter), meinem Schachfreund.

Ich versuchte ihn zu finden und war erst erfolgreich bei meiner Suche, als ich einen Artikel in der Schachrubrik unserer Zeitung über „den Unsterblichen“ las. Das war sein Vater. Dieser war ein berühmter Schachspieler und Sammy hat oft über ihn gesprochen. Eines Tages zeigte er mir eine Partie, bei der sein Vater 2 Türme und die Dame opferte, um 20 Züge später seinen Gegner Schachmatt zu setzen.

Ich habe dann Kontakt mit dem Journalisten aufgenommen und ihn gefragt, ob er Sammy kenne. Dies war der Fall und ich bekam seine Adresse, woraufhin ich ihm einen Brief schrieb.

Diese Zeichnung, die er 1943 während einer Zeichenstunde in Bassines gemalt hatte, hatte er seiner Antwort beigefügt. Weil ich nicht gut malen konnte, bot ich ihm an, sein Model zu sein. Sammy war nicht nur ein guter Schachspieler, er war auch ein guter Zeichner. Als ich einmal in Brüssel war, haben wir zusammen in einem Restaurant gegessen. Nach dem Essen bin ich mit ihm zu seiner Wohnung gegangen, damit ich mir seine Zeichnungen ansehen konnte. Er zeichnete nur Porträts von schönen Frauen, die er von Fotos abmalte. Ich durfte eine aussuchen und wählte einen Sonnenuntergang an der Cote d’Azur, den er von einer Postkarte abgemalt hatte – die einzige Zeichnung ohne Frau.

Die folgenden Zeichnungen wurden von Klaus Grünewald gemalt – Er war unser zeichenlehrer:

Zeichnung

Zeichnung von Klaus Grünewald, die auch im Buch „De tranen onder het masker“ von Viviane Teitelbaum-Hirsch zu sehen ist. Hier sieht man, wie Frau van Liefferinge die kleinen Kinder im Schlafsaal betreut. Sie ist die Mutter von George und gebürtige Engländerin. Sie sprach französisch mit einem schlimmen englischen Akzent. George ist derjenige, der mir 2006 die Fotos zugeschickt hat. Er hat noch viele Erinnerungen an das Internat. Es existiert ein kleines Büchlein mit all den Skizzen von Klaus, welches sich im jüdischen Museum in Brüssel befindet. Klaus hat auch gemalt, jedoch hat er während einer neurotischen Laune sämtliche Gemälde zerstört. Ich glaube, dass nur das Büchlein mit den Skizzen noch übrig ist von Klaus’ Werken.

Zeichnung

Eine Skizze des Schlosses inmitten der Felder und Wälder.

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Unser Zeichenlehrer in Bassines hieß damals Maurice Torfs (echter Name: Klaus Grünewald). Er war ursprünglich deutsch und hat seine künstlerische Ausbildung in den Niederlanden genossen. Deshalb sprach er fließend niederländisch. In Bassines gab es auch zwei seiner Schwestern, Margot und Laure (unsere Krankenschwester). Mit Margot war ich sowohl in Bassines als in den Jahren nach 1994 gut befreundet. Sie wohnte in den Vereinigten Staaten in Ann Arbor. 2006 ist sie gestorben.

Während der Jahre in Bassines hat Klaus einige Skizzen gemalt. Diese Zeichnung zeigt einen gemütlichen Plausch im großen Salon mit Herrn Cougnet, der auf dem Stuhl sitzt. Daneben stehen auch einige Lehrer und zwei seiner drei Söhne.

Zeichnung

Im Zimmer von Frau Van Liefferinge hören einige Lehrer die französische Übertragung von Radio London. Mitten auf der Kanapee sitzt Herr Brancard, Lehrer für alte Sprachen.

Zeichnung

Ein lebhaftes Gespräch im großen Salon. Man sieht die Stühle im antiken Stil, die Gemälde und hohe Fenster. Die Personen kann man gut erkennen: Auf dem Sofa von links nach rechts Herr Cougnet, Frau van Liefferinge, Herr Sas. Auf den Stühlen von links nach rechts Herr Brancard, Herr Frenel (richtiger Name Frenkel) aus Rotterdam und Herr Pappy, Mathematiklehrer.
Frau Frenel (nicht auf dieser Zeichnung) hieß von Hamburg und war Witwe. Herr Frenel war jetzt ihr Mann oder Freund. Sie hatte einen Sohn, Lucien und zwei Töchter. Die ganze Familie Frenel is nach Auschwitz deportiert worden und nur die Töchter sind wiedergekehrt.
Nach ihrer Rückkehr haben beide Töchter geheiratet. Claudine hat Pouss Cougnet und die andere hat Herrn Brancard geheiratet. Mit Pouss und Claudine hatte ich 1992 Kontakt. Herr Brancard und seine Frau wollten lieber nicht mehr über den Krieg reden. Ich fand das sehr schade, konnte es jedoch gut verstehen. Eine ihrer Töchter ist sehr musikalisch und hat den Concours Reine Elisabeth gewonnen.
Herr Pouss (Andre) Cougnet ist 1997 gestorben. Einige Male habe ich versucht mit Herrn Pappy Kontakt aufzunehmen, jedoch leider vergeblich. Er war zu beschäftigt an der freien Universität von Brüssel als Mathematik-Professor. Mit Marcelle Burette hatte ich eine lebendige und interessante Korrespondenz. Ihr letzter Brief war jedoch sehr traurig, sie war sehr krank. Leider habe ich nach meinem letzten Brief an sie nichts mehr von ihr gehört. Ich befürchte, dass sie gestorben ist.

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Der Hund in Bassines, der Freund aller Schüler, hieß Rico. Er hinkte beim Laufen und schlief meistens.

Selbstporträt von Klaus Grünewald

Thérèse Cornips, die Ex-Frau von Klaus, schickte mir diese Kopie seines Selbstporträts, gezeichnet in 1948.